Waldkindergarten

„Gebt den Kindern die Natur, so benutzen Sie ihre Phantasie“

Der Wald hat ein eigenes Klima, eigene Lichtverhältnisse, immer wechselnde Jahreszeiten, vielfältige Geräusche, er ist eindrucksvoll, mächtig, eine räumliche Übersicht geht verloren. Die Zeit hat eine andere Dimension. Unsere „Waldfüchse“ sehen, riechen, berühren, spühren, erleben, erfahren und erforschen – jeden Tag aufs Neue!

Pädagogisches Konzept
Selbstverständnis der Einrichtung

In unserer heutigen Zeit gehört der Kindergarten zur ersten Bildungseinrichtung für Kinder. Es gibt inzwischen vielfältige Möglichkeiten Kindern vorschulische Bildung nach verschiedenen Theorien zukommen zu lassen. Die Einrichtung, die den natürlichen Bedürfnissen des Kindes am nächsten kommt, ist der Waldkindergarten. Die natürliche Umgebung des Waldes und der angrenzenden Naturräume bieten erste Lerninhalte und Erfahrungen.
Wir wollen uns bei den Inhalten unseres pädagogischen Konzeptes an den ursprünglichen, natürlichen Bedürfnissen der Kinder orientieren. Selbstverständlich addieren sich dazu die schulvorbereitenden Fähigkeiten, die von Kindern mit dem Eintritt in eine weiterführende Bildungseinrichtung – Grundschule – verlangt werden.
(Schade dass es noch keine Waldschulen, zumindest im Grundschulbereich, gibt.)

Die heutige Lebenssituation unserer Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren ist vielfach geprägt durch einen bewegungsarmen Alltag (kleine Wohnungen, das Spielen vor dem Haus / auf der Straße ist zu gefährlich, TV, Computerspiele etc.)
In einer natürlichen Umgebung wie wir sie dem Kind in unserem staatlich anerkannten Waldkindergarten bieten, kann der natürliche Bewegungsdrang des Kindes ungehindert ausgelebt werden. Kinder lernen am besten, wenn sie überall herumklettern und –rennen dürfen, alles von allen Seiten besehen, anfassen drehen und wenden, heben und loslassen dürfen, wenn sie neugierig sein dürfen und können. In der Bewegung registrieren sie, lernen ihren Körper richtig einzusetzen, schulen sie ihre Sinne und machen lebenswichtige Erfahrungen.
Parallel zur motorischen Entwicklung, die Basis ist für Spracherwerb und abstraktes bzw. mathematisches Denken, entwickelt sich das Gehirn. Im Kindergartenalter ist das Gehirn für Wahrnehmungseinwirkungen (Sensorische Integration) besonders empfänglich und „erfahrungshungrig“.
Die natürliche Umgebung „Wald“ bietet eine Fülle von intensiven und nachhaltigen Sinnes(an)reizen und somit die beste Schule der Sinne!

Staatlich anerkannte Waldkindergärten erfüllen die selben Bildungs- und Erziehungsaufgaben wie Regelkindergärten bzw. andere anerkannte Kindergärten. Der Hauptunterschied zu diesen liegt in der Art, wie sie die anerkannten Erziehungsziele umsetzen.

Zielsetzung

„Nur was der Mensch kennt schützt, schätzt und liebt er!“

Natur ist keine Modeerscheinung, sondern lebendiger Alltag!
Die Natur bietet vielseitige interessante und erlebnisreiche Orte, in denen das Kind spielerisch primäre Erfahrungen sammeln kann. Das Kind hat die Möglichkeit mit Kopf, Herz und Hand die Natur wahrzunehmen und sich als Teil des Ganzen zu verstehen. Im täglichen Spiel erleben und erforschen sie Natur, entdecken Geheimnisse und stellen einen persönlichen Bezug zu ihr her.
Ganz im Sinne von Maria Montessori: „Hilf mir, es selbst zu tun!“ gewinnen die Kinder durch das tägliche direkte Erleben grundsätzliche Einsichten in Sinn- und Sachzusammenhänge der natürlichen Umwelt und elementare, biologische Gesetzmäßigkeiten. Rhythmus und Wirkung der Jahreszeiten werden erfahrbar und vertraut.
In diesem Sinne wird Naturintegration für uns zum Bildungsauftrag.
Der Lehrmeister Wald macht Natur, deren Zusammenhänge, Prozesse, das Wetter, Tiere und Pflanzen unserer Heimat in Wiese, Wasser, Wald und Kulturlandschaft erfahr- und erlebbar. Somit wird Lernen kindgerecht, denn es ist lebendig, abwechslungsreich, interessant und lebensnah.
Viele Themen die später in der Schule als Lerninhalt abstrakt behandelt werden, begegnet das Kind im Waldkindergarten unmittelbar. Dadurch gewinnen diese an Bedeutung – denn was man kennt, schätzt und schützt man. Aus diesem Empfinden lernen die Kinder für ihren weiteren Lebensweg, Verantwortung für sich, ihr Handeln und dessen Folgen zu übernehmen.

„In unmittelbarer Begegnung mit der Natur fördern Wald- und Naturkindergärten auf einzigartige, nachhaltige Weise die Entwicklung von Kindern. Ehrfurcht vor dem Leben, eine lebendige Beziehung zu Tieren und Pflanzen und der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur werden für die Kinder zum selbstverständlichen emotionalen und geistigen Besitz. Der Aufenthalt im Freien unterstützt die körperliche und seelische Gesundheit der Kinder. Primärerfahrungen aus erster Hand fördern das Körperbewusstsein und verhelfen der Entfaltung vielfältiger Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeiten.
Im gemeinsamen Spiel mit natürlichen Materialien entwickeln die Kinder in besonderer Weise Kommunikationsfähigkeiten, Hilfsbereitschaft, Ausdauer, Geduld, Fantasie und Kreativität. So wollen Wald- und Naturkindergärten dazu beitragen, dass Kinder gänzlich Kind sein und gerade dadurch zu verantwortungsbewussten, gemeinschaftsfähigen, selbstbewussten und selbstständigen Mitgliedern der Gesellschaft heranwachsen können.“
(aus. Präambel zur Satzung des Landesverbands Wald- und Naturkindergärten in Bayern e. V.)

 

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